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Zerbrochene Utopien: Die vielen Leben der Stalinallee

Die erste sozialistische Allee in Deutschland erzählt die Geschichte der Kämpfe, Hoffnungen und Träume der Ostberliner nach dem Zweiten Weltkrieg und zeigt, wie die Ideologie ihr Leben geprägt hat.

Dauer:   2 Stunden

Treffpunkt: am Nextbike-Stand vor dem U-Bahnhof Frankfurter Tor, Ecke Warschauer Straße/Karl-Marx-Allee. Suchen Sie den orangefarbenen Regenschirm!

Preis:            20 €


Tour

Tour in Kürze

Diese Straße im Herzen Ostberlins hatte im Laufe ihrer Geschichte bereits drei Namen. Die Stalinallee, einst der Prestigeboulevard des sozialistischen Ostberlins, wurde in den 1950er Jahren aus denTrümmern des Zweiten Weltkriegs wieder aufgebaut. Auf unserem Rundgang erfahren wir, wie die sozialistische Ideologie das Leben dort prägte – von der Architektur über die Überwachung bis hin zu einfachen Alltagsaktivitäten. Hinter der bombastischen Fassade war diese Straße Schauplatz von Straßenkämpfen, Demonstrationen und Trauermärschen. Wir werden uns die Frage stellen, was es für diejenigen, die diese Straße gebaut haben, und die Generationen danach bedeutete, ein komfortables Leben zu führen. Diese Tour endet nicht mit dem Fall der Berliner Mauer, sondern folgt den bewegten Jahren einer Straße bis ins 21. Jahrhundert, und bis hin zu den Geschichten der Berliner, die noch immer dort leben.

Treffpunkt

Zerbrochene Utopien: Die vielen Leben der Stalinallee beginnt am Nextbike-Stand vor dem U-Bahnhof Frankfurter Tor, Ecke Warschauer Straße/Karl-Marx-Allee. Suchen Sie den orangefarbenen Regenschirm!

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Die erste sozialistische Straße in Deutschland wird Sie beeindrucken – man kann nicht anders, als sich klein zu fühlen, wenn man an den großen Wohnblöcken vorbeikommt, die im so genannten stalinistischen „Hochzeitstorten“-Stil gebaut wurden. Die Straße, die als Hauptprojekt des nationalen Aufbauprogramms der DDR nach dem Zweiten Weltkrieg gedacht war, entstand aus den Trümmern mit Hilfe von Tausenden von Freiwilligen, die Tag und Nacht arbeiteten. Doch der Bau der Straße hätte die junge DDR fast ihre Existenz gekostet, als im Juni 1953 unzufriedene Arbeiter einen Massenaufstand anzettelten, der beinahe zum Sturz der sozialistischen Regierung geführt hätte.

Die Geschichte der Straße reicht viel weiter zurück, als es die majestätischen Gebäude aus den 1950er Jahren vermuten lassen. Die modernistische Architektur der unmittelbaren Nachkriegszeit, die von schnell wachsenden Pappeln absichtlich vor den Passanten verborgen wird, erinnert an die utopischen städtebaulichen Ideen, die in der Asche des zerstörten Berlins geboren, aber bald darauf vom neuen ostdeutschen Regime verworfen wurden, das radikal andere Vorstellungen davon hatte, was sozialistisches Leben bedeutet.

Die Straße rühmte sich mit dem Besten, was Ostberlin zu bieten hatte – Cafés, Restaurants und gut ausgestattete Geschäfte, die ein Bild von idyllischem Leben und Wohlstand im Sozialismus vermittelten. Doch hinter der perfekten Fassade blieb die Realität des Überwachungsstaates gut verborgen – die Abhöranlagen in den Wohnungen und die Abhörstationen der DDR-Geheimpolizei auf den Dachböden sollten nicht zu sehen sein.

Nach dem Fall der Mauer schien diese Straße in Vergessenheit zu geraten und wirkte zunehmend wie ein Kuriosum aus der Vergangenheit. Aber in Berlin ist nichts beständig, und es dauerte nicht lange, bis diese Straße die Aufmerksamkeit von Immobilienmaklern in einer Stadt mit einer Wohnungskrise auf sich zog. Die ehemalige Stalinallee ist zwar nicht mehr der Boulevard für sozialistische Aufmärsche, aber sie ist jetzt eine Bühne für Proteste der Anwohner gegen die Gentrifizierung und die steigenden Lebenshaltungskosten.

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